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1872 gründete der Musiker und Instrumentenmacher Julius Rudolph in der Gretengasse 24 in Gotha eine Musikalienhandlung und Musikinstrumentenwerkstatt. Als Musiker spielte Julius Rudolph am Gothaer Landestheater sowie beim 6. Thüringer Infanterieregiment 95.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und aus der Werkstatt wurde eine kleine Musikinstrumentenfabrik mit mehreren Mitarbeitern. Im Jahr 1900 starb der Firmengründer im Alter von nur 56 Jahren.
Sein im Jahr 1882 geborener Sohn, Gotthard Rudolph, übernahm nach dem Tod seines Vaters das Unternehmen.
Es erfolgte ein Umzug in die damalige Löwenstraße 20 mit der damit verbundenen Vergrößerung des Firmengebäudes und angeschlossenem Ladengeschäft. Dies zeigt auch die untere Abbildung. Neben den Blechblasinstrumenten wurden auch Holzblasinstrumente und Streichinstrumente gebaut. Bei der im Vordergrund stehenden Herstellung von Blechblasinstrumenten war die Fabrik so eingerichtet, dass fast alle Teile eines Instrumentes selbst hergestellt werden konnten. Später folgte noch eine eigene Druckerei für Musikalien.
In den besten Jahren wurden 14 bis 15 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Instrumente der Firma Julius Rudolph erhielten auf den Landesgewerbeausstellungen der Jahre 1920 und 1922 hohe Auszeichnungen.

Einblick in die Schallstückmacherei der Instrumentenfabrik Julius Rudolph. Das Foto entstand vermutlich um 1920.

1938 kamen der Firmeninhaber, Gotthard Rudolph, und sein Sohn, Otto Rudolph, bei einem Autounfall in der Nähe von Berlin ums Leben. Ein weiterer Sohn von Gotthard Rudolph, der wie sein Großvater, auf den Namen Julius Rudolph hörte, führte die Fabrik mit Müh und Not bis zum Ende des 2. Weltkrieges fort. Kurz vor Kriegsende starb aber auch Julius Rudolph.
In den Folgejahren und der DDR-Zeit führten Herr Thoma und später Herr Johannes Keilwerth die Werkstatt weiter, verbunden mit einigen Umzügen.
In der Werkstatt von Johannes Keilwerth werden teilweise noch heute die Werkzeuge und Vorrichtungen der Firma Rudolph genutzt.

 

Text und Bilder mit freundlicher Unterstützung von Johannes Keilwerth, Metallblasinstrumentenmacher in Gotha-Siebleben.

Die Reproduktion der Inhalte und Abbildungen ist ohne schriftliche Genehmigung von Dirk Arzig nicht erlaubt.  | Brass tacks bedeutet sinngemäß - das Wesentliche -